
Eine wichtige Projektdatei wird versehentlich gelöscht. Ein Mitarbeiter überschreibt eine Excel-Tabelle mit falschen Daten. Oder ein Sicherheitsvorfall betrifft plötzlich Tausende Dokumente in SharePoint.
Für viele dieser Situationen bietet Microsoft 365 bereits integrierte Wiederherstellungsfunktionen. Der SharePoint-Papierkorb, der Versionsverlauf und die Wiederherstellung ganzer Dokumentbibliotheken können Datenverluste verhindern oder rückgängig machen.
Doch reicht dieser Schutz für ein Unternehmen aus? Und wann wird ein eigenständiges SharePoint Backup notwendig?
Die Antwort hängt weniger davon ab, ob Microsoft Daten schützt, sondern davon, welche Daten Sie wiederherstellen müssen, wie weit Sie zurückgehen möchten und wie schnell Ihre Systeme wieder einsatzbereit sein sollen.
Wir vergleichen die wichtigsten Möglichkeiten und zeigen, wann sich eine zusätzliche Datensicherung für SharePoint und Microsoft 365 lohnt.
SharePoint Backup: Was ist bereits in Microsoft 365 enthalten?
SharePoint Online verfügt über mehrere Schutzmechanismen. Diese übernehmen allerdings unterschiedliche Aufgaben.
Während der Papierkorb gelöschte Inhalte vorübergehend aufbewahrt, hilft der Versionsverlauf bei unerwünschten Änderungen. Eine eigenständige Backup-Lösung bietet zusätzliche Wiederherstellungspunkte und Funktionen für umfangreichere Ausfallszenarien.
1. SharePoint-Papierkorb: Schutz vor versehentlichem Löschen
Wenn eine Datei in SharePoint gelöscht wird, landet sie normalerweise zunächst im Papierkorb der betreffenden Website.
SharePoint Online bietet dafür zwei Papierkorb-Stufen:
- Erste Stufe: Gelöschte Dateien können innerhalb der Website wiederhergestellt werden.
- Zweite Stufe: Auch Dateien, die aus dem ersten Papierkorb entfernt wurden, können für berechtigte Administratoren noch verfügbar sein.
Die reguläre Aufbewahrungsdauer beträgt insgesamt 93 Tage ab der ursprünglichen Löschung. Die Frist beginnt beim Wechsel in den zweiten Papierkorb nicht erneut.
Werden Daten endgültig entfernt oder läuft die Aufbewahrungsdauer ab, ist eine normale Papierkorb-Wiederherstellung nicht mehr möglich.
Für alltägliche Löschfehler ist diese Funktion äußerst hilfreich. Ein vollständiges Backup-Konzept ersetzt sie jedoch nicht.
Weiterführender Artikel: SharePoint-Papierkorb: Gelöschte Dateien wiederherstellen – auch nach 93 Tagen?
2. Versionsverlauf: Frühere Dateistände wiederherstellen
Nicht jede fehlende Information wurde gelöscht.
Häufig entstehen Probleme dadurch, dass Dokumente versehentlich überschrieben, falsch bearbeitet oder beschädigt werden.
Der SharePoint-Versionsverlauf ermöglicht es, frühere Versionen einer Datei einzusehen und bei Bedarf wiederherzustellen.
Beispielsweise kann die IT eine Excel-Tabelle auf einen früheren Bearbeitungsstand zurücksetzen, ohne die gesamte Dokumentbibliothek wiederherstellen zu müssen.
Allerdings hängt die Verfügbarkeit der Versionen von den konfigurierten Versionslimits und Aufbewahrungseinstellungen ab.
Wichtig: Ein Versionsverlauf ist keine Garantie dafür, dass jeder beliebige historische Dateistand dauerhaft erhalten bleibt.
3. Eine ganze SharePoint-Bibliothek wiederherstellen
Wenn innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Dateien verändert, gelöscht oder beschädigt wurden, bietet SharePoint für unterstützte moderne Dokumentbibliotheken die Funktion „Diese Bibliothek wiederherstellen“.
Damit können Aktionen an Dateien und Ordnern aus den letzten 30 Tagen rückgängig gemacht werden.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein Mitarbeiter versehentlich Hunderte Dateien überschrieben hat.
Die Funktion verwendet jedoch bestehende Versions- und Papierkorbinformationen. Dateien, die bereits endgültig aus dem Papierkorb entfernt wurden, können darüber nicht wiederhergestellt werden. Auch eine vollständig gelöschte Bibliothek lässt sich nicht direkt mit dieser Funktion zurückholen.
Eine Wiederherstellung muss deshalb sorgfältig vorbereitet werden, damit nicht versehentlich neuere Änderungen verloren gehen.
4. Microsoft Purview: Aufbewahrung für Compliance
Microsoft Purview bietet die Möglichkeit, Dokumente über Aufbewahrungsrichtlinien und Aufbewahrungsbezeichnungen für festgelegte Zeiträume zu erhalten.
Dadurch können Inhalte auch dann noch für Compliance- oder Untersuchungszwecke vorhanden sein, wenn sie bereits aus ihrem ursprünglichen Speicherort entfernt wurden.
Diese Funktionen erfüllen jedoch eine andere Aufgabe als eine klassische Datensicherung.
Aufbewahrung bedeutet nicht automatisch Wiederherstellbarkeit im laufenden Geschäftsbetrieb.
Eine für Compliance aufbewahrte Datei lässt sich nicht zwangsläufig genauso einfach und schnell zurückspielen wie aus einem Backup.
SharePoint Backup vs. Papierkorb: Die Unterschiede im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt, welche Funktionen für welchen Zweck vorgesehen sind.
| Schutzfunktion | Hauptaufgabe | Zeitrahmen | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|---|
| SharePoint-Papierkorb | Gelöschte Dateien zurückholen | Regulär 93 Tage | Endgültig entfernte oder abgelaufene Inhalte nicht regulär wiederherstellbar |
| Versionsverlauf | Frühere Dateistände wiederherstellen | Konfigurationsabhängig | Versionslimits und automatische Bereinigung |
| Bibliothekswiederherstellung | Umfangreiche Änderungen rückgängig machen | Letzte 30 Tage | Abhängig von Versionsverlauf und Papierkorb |
| Microsoft Purview | Inhalte für Compliance aufbewahren | Richtlinienabhängig | Kein vollwertiger operativer Backup-Ersatz |
| Microsoft 365 Backup | Gesicherte Wiederherstellungspunkte bereitstellen | Konfigurierbares Wiederherstellungsfenster | Abdeckung und granulare Wiederherstellung abhängig vom Szenario |
| Ergänzende Backup-Lösung | Zusätzliche Schutz- und Recovery-Anforderungen erfüllen | Produkt- und vertragsabhängig | Funktionen, Workloads und Kosten müssen geprüft werden |
Die Unterschiede zeigen: Es geht nicht darum, welche Funktion grundsätzlich besser ist.
Entscheidend ist, welche Wiederherstellung im Ernstfall notwendig wird und ob die vorhandenen Funktionen diese Anforderung erfüllen können.
Wann reicht der SharePoint-Papierkorb nicht mehr aus?
Anhand typischer Unternehmenssituationen wird deutlich, weshalb Papierkorb und Backup unterschiedlich bewertet werden sollten.
Szenario 1: Ein Mitarbeiter löscht versehentlich eine Projektdatei
Eine Mitarbeiterin entfernt aus Versehen eine wichtige Präsentation aus einer SharePoint-Dokumentbibliothek.
Der Fehler fällt noch am selben Tag auf.
Bewertung: In diesem Fall ist der SharePoint-Papierkorb normalerweise vollkommen ausreichend.
Solange die Datei vorhanden ist und die erforderlichen Berechtigungen bestehen, kann sie schnell wiederhergestellt werden.
Eine zusätzliche Backup-Wiederherstellung ist hierfür meist nicht notwendig.
Szenario 2: Wichtige Dokumente fehlen seit mehreren Monaten
In einem Kundenprojekt stellt sich heraus, dass ein benötigter Dokumentenordner bereits vor vier Monaten gelöscht wurde.
Beide SharePoint-Papierkörbe wurden überprüft. Die Dateien sind nicht mehr vorhanden.
Bewertung: Der reguläre Papierkorb bietet nach Ablauf der 93 Tage keinen Wiederherstellungsweg mehr.
Falls zuvor eine geeignete Backup-Lösung oder Aufbewahrungsrichtlinie eingerichtet wurde, können die Dokumente möglicherweise noch vorhanden sein.
Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen kann eine Wiederherstellung jedoch unmöglich werden.
Szenario 3: Ein Sicherheitsvorfall betrifft Tausende Dateien
Ein kompromittiertes Benutzerkonto oder Schadsoftware verursacht unerwünschte Änderungen an einer großen Anzahl von SharePoint-Dokumenten.
Plötzlich sind zahlreiche Dateien beschädigt oder verschlüsselt.
Bewertung: Einzelne Dateien über den Papierkorb oder Versionsverlauf wiederherzustellen, kann in diesem Fall äußerst aufwendig sein.
Je nach Zeitpunkt und Umfang des Vorfalls kann eine Bibliothekswiederherstellung helfen.
Bei umfangreichen Angriffen kommt es jedoch darauf an, einen vertrauenswürdigen Wiederherstellungspunkt auszuwählen und größere Datenbestände kontrolliert zurückzusetzen.
Hierfür sind spezialisierte Backup-Funktionen besonders relevant.
Vor der Wiederherstellung muss außerdem sichergestellt sein, dass der Sicherheitsvorfall eingedämmt wurde. Andernfalls könnten wiederhergestellte Daten erneut betroffen sein.
Szenario 4: Ein ehemaliger Mitarbeiter hinterlässt wichtige Daten
Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen. Sein Microsoft-365-Konto wird deaktiviert und später gelöscht.
Einige Monate danach stellt eine andere Abteilung fest, dass wichtige Dokumente ausschließlich in seinem OneDrive gespeichert waren.
Bewertung: Ob die Daten noch verfügbar sind, hängt von den Aufbewahrungs- und Löschprozessen des Unternehmens ab.
Der SharePoint-Papierkorb ist für diesen Fall nicht automatisch der richtige Wiederherstellungsweg.
Ein geregelter Offboarding-Prozess sollte deshalb sicherstellen, dass geschäftskritische Dokumente rechtzeitig übernommen und erforderliche Sicherungen berücksichtigt werden.
Die zentrale Erkenntnis: Ein Backup wird nicht deshalb wichtig, weil der Papierkorb grundsätzlich ungeeignet wäre. Es wird wichtig, wenn Ihr Unternehmen Wiederherstellungsszenarien abdecken muss, die über die integrierten Funktionen hinausgehen.
Microsoft 365 Backup: Welche zusätzlichen Möglichkeiten bietet Microsoft?
Microsoft bietet mit Microsoft 365 Backup inzwischen eine eigenständige, kostenpflichtige Backup-Lösung an.
Damit können Unternehmen unterstützte SharePoint-Websites, OneDrive-Konten und Exchange-Online-Postfächer sichern und aus früheren Wiederherstellungspunkten wiederherstellen.
Für SharePoint sind insbesondere drei Funktionen interessant.
Wiederherstellung vollständiger SharePoint-Websites
Microsoft 365 Backup ermöglicht die Wiederherstellung geschützter SharePoint-Websites auf einen früheren Zustand.
Für vollständige Websitewiederherstellungen stehen innerhalb der letzten 14 Tage Wiederherstellungspunkte im Abstand von zehn Minuten zur Verfügung.
Für weiter zurückliegende Zeiträume gelten größere Abstände zwischen den Wiederherstellungspunkten.
Das ist insbesondere bei umfangreichen Datenverlusten und Sicherheitsvorfällen relevant.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine vollständige Wiederherstellung vorhandene Inhalte und Änderungen beeinflussen kann.
Einzelne Dateien und Ordner wiederherstellen
Seit September 2026 ist die granulare Wiederherstellung einzelner Dateien und Ordner in Microsoft 365 Backup allgemein verfügbar.
Administratoren können damit gesicherte Inhalte gezielt auswählen und wiederherstellen, ohne zwangsläufig eine komplette Website zurücksetzen zu müssen.
Nach der aktuellen Microsoft-Dokumentation stehen diese granularen Wiederherstellungen für Wiederherstellungspunkte innerhalb der letzten 14 Tage zur Verfügung, ungefähr in täglichem Abstand.
Für weiter zurückliegende Wiederherstellungspunkte kann stattdessen eine vollständige Websitewiederherstellung erforderlich sein.
Die Unterschiede zwischen vollständigen und granularen Wiederherstellungen sollten bei der Backup-Planung ausdrücklich berücksichtigt werden.
Längere Wiederherstellungszeiträume
Microsoft 365 Backup bietet konfigurierbare Wiederherstellungsfenster, beispielsweise drei Monate, sechs Monate, ein Jahr oder zwei Jahre.
Welche Zeiträume tatsächlich verfügbar sind, hängt von den aktuellen Produktfunktionen und der eingerichteten Sicherungsrichtlinie ab.
Wichtig: Ein längeres Wiederherstellungsfenster bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne Datei zu jedem beliebigen Zeitpunkt separat wiederhergestellt werden kann.
Entscheidend sind sowohl das Wiederherstellungsfenster als auch die Granularität der verfügbaren Wiederherstellungspunkte.
AvePoint Cloud Backup: Wann ist eine ergänzende Lösung sinnvoll?
Neben Microsofts eigener Backup-Lösung können Unternehmen zusätzliche Lösungen von spezialisierten Anbietern einsetzen.
Dazu gehören beispielsweise AvePoint Cloud Backup Express und AvePoint Cloud Backup.
Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte.
AvePoint Cloud Backup Express
AvePoint Cloud Backup Express basiert auf Microsoft 365 Backup Storage.
Die Lösung nutzt damit die zugrunde liegende Backup-Technologie von Microsoft und ergänzt sie um Verwaltungs- und Wiederherstellungsfunktionen innerhalb der AvePoint-Umgebung.
Besonders interessant ist dieser Ansatz für Unternehmen, die Microsofts Backup-Infrastruktur mit zusätzlichen Möglichkeiten zur zentralen Verwaltung kombinieren möchten.
Dabei muss die tatsächliche Workload-Abdeckung berücksichtigt werden.
Beispielsweise bedeutet die Einbindung von Teams- oder Microsoft-365-Gruppen-Websites nicht automatisch, dass sämtliche Teams-Chats, Mitgliedschaften und Einstellungen vollständig gesichert werden.
AvePoint Cloud Backup
AvePoint Cloud Backup verfolgt einen umfassenderen Backup-Ansatz.
Je nach Produktumfang lassen sich zusätzliche Microsoft-365-Dienste und Datenarten schützen, die über die Kernfunktionen von Microsoft 365 Backup hinausgehen.
Dazu können beispielsweise Microsoft Teams, Teams-Chats, Microsoft 365 Groups sowie weitere unterstützte Anwendungen gehören.
Auch zusätzliche Wiederherstellungs- und Verwaltungsfunktionen können bei komplexeren Unternehmensanforderungen relevant sein.
Welche Lösung tatsächlich geeignet ist, hängt von den benötigten Workloads, den Wiederherstellungszielen und den betrieblichen Anforderungen ab.
Wichtig für die Auswahl: Microsoft 365 Backup, AvePoint Cloud Backup Express und AvePoint Cloud Backup sollten nicht allein anhand des Produktnamens oder eines allgemeinen Funktionsversprechens verglichen werden.
Es muss konkret geprüft werden, welche Datenarten gesichert werden, welche Wiederherstellungsmöglichkeiten bestehen und welche organisatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen.
Wann braucht ein Unternehmen wirklich ein zusätzliches SharePoint Backup?
Nicht jedes Unternehmen benötigt denselben Sicherungsumfang.
Eine Organisation mit wenigen, wenig kritischen SharePoint-Dateien hat andere Anforderungen als ein Produktionsunternehmen, dessen zentrale Dokumentenverwaltung, Qualitätsunterlagen oder laufende Kundenprojekte über Microsoft 365 organisiert werden.
Für eine fundierte Entscheidung sollten IT-Verantwortliche sieben Bereiche prüfen.
1. Geschäftskritische Daten
Welche SharePoint-Websites und Dokumentbibliotheken enthalten Informationen, ohne die wichtige Geschäftsprozesse nicht funktionieren?
Dazu können Kundenunterlagen, Projektinformationen, Vertragsdokumente, technische Dokumentationen oder interne Prozessunterlagen gehören.
Je höher die geschäftlichen Auswirkungen eines Datenverlusts, desto wichtiger ist ein verlässliches Wiederherstellungskonzept.
2. Benötigte Aufbewahrungsdauer
Wie lange müssen frühere Datenstände wiederherstellbar bleiben?
Reicht die reguläre Papierkorbfrist von 93 Tagen? Oder müssen Dokumente auch nach mehreren Monaten beziehungsweise Jahren zurückgeholt werden können?
Dabei sollten gesetzliche Aufbewahrungsanforderungen nicht automatisch mit operativen Backup-Anforderungen gleichgesetzt werden.
3. Akzeptabler Datenverlust – RPO
Das Recovery Point Objective (RPO) beschreibt, wie viel Datenverlust gemessen als Zeitraum maximal akzeptabel ist.
Wenn ein Unternehmen beispielsweise höchstens die Änderungen der letzten Stunde verlieren möchte, muss das Sicherungskonzept einen dafür geeigneten Wiederherstellungspunkt ermöglichen.
Die konkrete RPO-Anforderung sollte gemeinsam mit den Fachbereichen definiert werden.
4. Akzeptable Ausfallzeit – RTO
Das Recovery Time Objective (RTO) beschreibt, wie schnell ein betroffener Geschäftsprozess nach einer Störung wiederhergestellt sein soll.
Eine einzelne fehlende Datei lässt sich unter Umständen in wenigen Minuten wiederherstellen.
Bei mehreren Terabyte an Daten, umfangreichen Sicherheitsvorfällen oder komplexen Berechtigungsstrukturen sieht die Situation anders aus.
Ein passendes Backup-Konzept muss deshalb nicht nur Daten schützen, sondern auch realistische Wiederherstellungszeiten berücksichtigen.
5. Schutzumfang der Microsoft-365-Dienste
Wer SharePoint nutzt, arbeitet häufig gleichzeitig mit OneDrive, Exchange Online und Microsoft Teams.
Dabei sind nicht automatisch sämtliche Daten und Funktionen durch dieselbe Backup-Lösung geschützt.
Unternehmen sollten prüfen, ob beispielsweise nur Dateien oder auch Teams-Chats, Gruppeninformationen, relevante Einstellungen und weitere benötigte Workloads abgedeckt werden müssen.
6. Sicherheit und Berechtigungen
Ein Backup sollte auch dann zuverlässig verfügbar sein, wenn ein Benutzerkonto kompromittiert wurde oder ein Administratorzugang missbraucht wird.
Deshalb gehören die Prüfung von Zugriffsberechtigungen, administrativen Rollen, Änderungs- und Löschschutz sowie geeigneten Sicherheitsmechanismen zu einer professionellen Backup-Strategie.
7. Tatsächlich getestete Wiederherstellung
Der vielleicht wichtigste Punkt wird im Tagesgeschäft häufig unterschätzt.
Ein erfolgreicher Sicherungsstatus bedeutet zunächst nur, dass ein Backup-Prozess entsprechend seiner technischen Prüfung abgeschlossen wurde.
Er beweist nicht automatisch, dass eine bestimmte Datei vollständig, mit den erforderlichen Informationen und innerhalb der gewünschten Zeit wiederhergestellt werden kann.
Erst ein kontrollierter Wiederherstellungstest zeigt, wie gut das vorhandene Schutzkonzept im Ernstfall funktioniert.
Entscheidungshilfe: Welche Backup-Lösung passt zu welchem Bedarf?
Die folgende Tabelle bietet eine erste Orientierung.
| Anforderung | Sinnvoller Ansatz |
|---|---|
| Einzelne Dateien versehentlich gelöscht | SharePoint-Papierkorb |
| Frühere Fassung eines Dokuments benötigt | Versionsverlauf |
| Viele Dateien innerhalb von 30 Tagen verändert | Bibliothekswiederherstellung prüfen |
| Historische Inhalte für Compliance erhalten | Microsoft Purview-Aufbewahrung |
| Größere SharePoint-Datenbestände nach einem Vorfall zurücksetzen | Microsoft 365 Backup oder geeignete ergänzende Lösung |
| Backup-Verwaltung auf Microsoft 365 Backup Storage aufbauen | Microsoft 365 Backup oder AvePoint Cloud Backup Express prüfen |
| Zusätzliche Microsoft-365-Workloads und weitergehende Recovery-Funktionen | Beispielsweise AvePoint Cloud Backup prüfen |
| Nachvollziehbare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Restore-Tests | Verbindliches Backup- und Recovery-Konzept etablieren |
Diese Einordnung ersetzt keine technische Prüfung der eingesetzten Umgebung.
Insbesondere bei größeren Unternehmen können mehrere Schutzmechanismen sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Was kostet ein SharePoint Backup?
Die Kosten hängen wesentlich davon ab, welche Daten geschützt werden sollen und welches Produkt eingesetzt wird.
Microsoft 365 Backup verwendet für den direkten Bezug ein verbrauchsabhängiges Abrechnungsmodell. Microsoft nennt einen Listenpreis von 0,15 US-Dollar pro GB geschützter Inhalte und Monat.
Für die Berechnung können neben den aktiven Daten auch bestimmte aufbewahrte gelöschte oder versionierte Inhalte relevant sein.
Bei ergänzenden Lösungen wie AvePoint hängen die tatsächlichen Kosten vom gewählten Produkt, der Lizenzierung und den vereinbarten Leistungen ab.
Neben den reinen Lizenzkosten sollten Unternehmen auch den administrativen Aufwand, die Einrichtung, die Überwachung und die Durchführung von Wiederherstellungstests berücksichtigen.
Die wirtschaftlich entscheidende Frage lautet deshalb nicht ausschließlich: „Wie teuer ist unser Backup?“
Sondern auch: „Welche Kosten und Geschäftsunterbrechungen entstehen, wenn wir benötigte Daten nicht rechtzeitig wiederherstellen können?“
SharePoint Backup richtig testen: Ein einfacher Praxistest
Ob Ihre vorhandene Datensicherung Ihren Anforderungen entspricht, können Sie mit einem kontrollierten Wiederherstellungstest überprüfen.
Ein mögliches Testszenario:
Ausgangslage: Eine wichtige Projektdatei wird für einen festgelegten Test aus einem früheren Wiederherstellungspunkt benötigt.
Schritt 1: Testziel festlegen
Bestimmen Sie, welche Datei, welche Version und welcher Wiederherstellungspunkt benötigt werden.
Schritt 2: Zuständigkeiten klären
Legen Sie fest, wer den Test genehmigt, technisch durchführt und abschließend bewertet.
Schritt 3: Wiederherstellung durchführen
Nutzen Sie den vorgesehenen Wiederherstellungsweg. Wenn möglich, stellen Sie die Datei zunächst an einem separaten Testort wieder her, um produktive Daten nicht unnötig zu verändern.
Schritt 4: Ergebnis kontrollieren
Prüfen Sie, ob Inhalt, Dateiversion, Speicherort und relevante Berechtigungen den Erwartungen entsprechen.
Schritt 5: Test dokumentieren
Halten Sie fest, wie lange die Wiederherstellung gedauert hat, welche Schwierigkeiten aufgetreten sind und welche Maßnahmen sich daraus ergeben.
So wird aus einer vorhandenen technischen Sicherung ein überprüfbarer Wiederherstellungsprozess.
Kostenloser Microsoft 365 Restore-Notfallplan
Was passiert, wenn ein geschäftskritisches Dokument fehlt oder größere Datenbestände nicht mehr verfügbar sind?
Unser kostenloser Microsoft 365 Restore-Notfallplan hilft Ihnen, typische Szenarien strukturiert vorzubereiten.
Er enthält drei praktische Wiederherstellungsszenarien, eine kompakte Checkliste sowie Vorlagen für Verantwortlichkeiten und die Dokumentation von Vorfällen.
Jetzt kostenlosen Microsoft 365 Restore-Notfallplan herunterladen
Wie druckerfachmann.de Sie bei SharePoint Backup & Recovery unterstützt
Ein zuverlässiges Backup-Konzept beginnt mit einer einfachen Frage:
Welche Daten müssen Sie im Ernstfall tatsächlich wiederherstellen können?
Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lässt sich beurteilen, ob die vorhandenen SharePoint-Funktionen ausreichen oder eine zusätzliche Backup-Lösung sinnvoll ist.
druckerfachmann.de unterstützt Unternehmen dabei, ihre Microsoft-365-Umgebung zu bewerten und eine passende Backup- und Recovery-Strategie zu entwickeln.
Dabei betrachten wir nicht nur die technische Datensicherung, sondern auch Wiederherstellungsziele, Verantwortlichkeiten und den tatsächlichen Schutzbedarf.
Je nach Ausgangssituation unterstützen wir unter anderem bei der Bewertung bestehender Schutzfunktionen, der Auswahl geeigneter AvePoint-Lösungen, der technischen Einrichtung und der Planung kontrollierter Wiederherstellungstests.
Unser Ziel ist nicht, Ihnen möglichst viele zusätzliche Backup-Funktionen zu verkaufen.
Unser Ziel ist, dass Ihr Unternehmen weiß, welche Daten geschützt sind und wie diese im Ernstfall wieder verfügbar gemacht werden können.
Kostenloser 365° Recovery-Check
Sie sind sich nicht sicher, ob Ihr SharePoint-Papierkorb, Ihre bestehenden Aufbewahrungsrichtlinien oder Ihre Backup-Lösung den tatsächlichen Anforderungen Ihres Unternehmens entsprechen?
In unserem kostenlosen 365° Recovery-Check betrachten wir gemeinsam Ihre Ausgangssituation und besprechen, an welchen Stellen Handlungsbedarf bestehen könnte.
Jetzt kostenlosen 365° Recovery-Check anfragen
Häufige Fragen zu SharePoint Backup und Papierkorb
Ist in Microsoft 365 automatisch ein SharePoint Backup enthalten?
SharePoint Online verfügt über integrierte Schutzfunktionen wie Papierkorb und Versionsverlauf. Diese stehen je nach Dienst und Konfiguration zur Verfügung. Die eigenständige, kostenpflichtige Lösung Microsoft 365 Backup muss hingegen separat eingerichtet und für die entsprechenden Daten aktiviert werden.
Reicht der SharePoint-Papierkorb als Datensicherung?
Für viele alltägliche Löschfehler ist der Papierkorb ausreichend. Er ersetzt jedoch keine umfassende Backup-Strategie, wenn beispielsweise längere Aufbewahrungszeiträume, umfangreiche Wiederherstellungen oder zusätzliche Wiederherstellungsszenarien erforderlich sind.
Wie lange werden gelöschte SharePoint-Dateien aufbewahrt?
SharePoint Online bewahrt gelöschte Elemente regulär bis zu 93 Tage ab der ursprünglichen Löschung im Papierkorb auf. Beide Papierkorb-Stufen teilen sich diese Frist. Unter bestimmten Umständen können Elemente auch früher endgültig entfernt werden.
Kann ich SharePoint-Dateien nach 93 Tagen wiederherstellen?
Möglicherweise. Wenn bereits vor dem Datenverlust eine geeignete Backup-Lösung oder Aufbewahrungsrichtlinie eingerichtet war, können ältere Datenstände noch verfügbar sein. Eine Wiederherstellung ist jedoch nicht garantiert und hängt von den vorhandenen Schutzmaßnahmen ab.
Was ist der Unterschied zwischen SharePoint Backup und Versionsverlauf?
Der Versionsverlauf ermöglicht es, frühere Versionen einzelner Dateien wiederherzustellen. Ein eigenständiges Backup bietet zusätzliche Wiederherstellungspunkte und kann weitergehende Sicherungs- und Recovery-Szenarien abdecken. Der konkrete Umfang hängt von der gewählten Lösung ab.
Kann Microsoft 365 Backup einzelne SharePoint-Dateien wiederherstellen?
Ja. Seit September 2026 ist die granulare Wiederherstellung für SharePoint und OneDrive allgemein verfügbar. Nach der aktuellen Microsoft-Dokumentation ist diese Möglichkeit auf Wiederherstellungspunkte innerhalb der letzten 14 Tage beschränkt. Für ältere Datenstände kann eine vollständige Websitewiederherstellung erforderlich sein.
Ist AvePoint Cloud Backup besser als Microsoft 365 Backup?
Nicht grundsätzlich. Microsoft 365 Backup ist insbesondere auf schnelle Wiederherstellungen unterstützter Microsoft-365-Daten ausgelegt. AvePoint bietet zusätzliche Verwaltungs- und je nach Produkt erweiterte Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen. Entscheidend sind die individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens.
Werden Microsoft Teams-Daten automatisch durch ein SharePoint Backup geschützt?
Nicht vollständig. Viele über Teams bereitgestellte Dateien liegen in SharePoint. Chats, Kanalstrukturen, Mitgliedschaften und weitere Teams-Informationen sind jedoch eigenständige Daten und Funktionen. Für einen vollständigen Schutz müssen die unterstützten Workloads der jeweiligen Backup-Lösung geprüft werden.
Was ist wichtiger: Ein Backup oder ein getesteter Wiederherstellungsprozess?
Beides gehört zusammen. Ein Backup stellt die Grundlage für spätere Wiederherstellungen bereit. Erst ein kontrollierter Test zeigt jedoch, ob die benötigten Daten mit dem vorhandenen Verfahren tatsächlich in der erwarteten Zeit zurückgeholt werden können.
Stand: November 2026. Dieser Beitrag bezieht sich auf SharePoint Online und Microsoft 365. Produktfunktionen, unterstützte Datenarten, Wiederherstellungszeiträume, Lizenzmodelle und Preise können sich ändern. Die tatsächlichen Möglichkeiten hängen von der jeweiligen Konfiguration und den eingesetzten Lösungen ab.

