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3D Druck

Lohnt sich SLS-Druck

By 7. Januar 2026Februar 7th, 2026No Comments7 min Lesezeit

Lohnt sich SLS-Druck? Und wann ist MJF die bessere Wahl?

Wer sich ernsthaft mit industriellem Kunststoff-3D-Druck beschäftigt, landet früher oder später bei zwei Verfahren, die in der Praxis am häufigsten miteinander verglichen werden:

  • SLS (Selective Laser Sintering)
  • MJF (Multi Jet Fusion)

Beide Technologien sind pulverbasiert, beide sind für funktionale Bauteile geeignet, beide können Kleinserien und Serien abbilden – und trotzdem unterscheiden sie sich im Alltag stärker, als viele erwarten.

In diesem Beitrag geht es nicht darum, „SLS gegen MJF“ auszuspielen. Sondern um eine rationale Einordnung:

Welche Technologie passt für welche Anwendung – und was sollte man unbedingt vor der Entscheidung prüfen, damit man sich später nicht ärgert?


1) Kurz erklärt: Was ist SLS?

SLS steht für Selective Laser Sintering. Dabei wird Kunststoffpulver (meist PA12) Schicht für Schicht mit einem Laser verschmolzen. Das umgebende Pulver stützt die Bauteile, daher sind keine Supportstrukturen nötig.

Typische Stärken von SLS:

  • sehr flexible Geometrien
  • robuste, funktionale Bauteile
  • gute Materialauswahl (je nach System)
  • starker Einstieg in industrielle Fertigung

SLS ist ein bewährtes Verfahren, das in vielen Branchen seit Jahren im Einsatz ist – von der Entwicklung bis zur Kleinserie.


2) Kurz erklärt: Was ist MJF?

MJF steht für Multi Jet Fusion (HP-Technologie). Auch hier wird Kunststoffpulver schichtweise aufgebaut. Der Unterschied: Das Material wird nicht primär durch einen Laser verschmolzen, sondern durch ein chemisches Agenten-System und Energieeintrag.

Vereinfacht gesagt:

  • Ein Druckkopf bringt Funktionsflüssigkeiten (Agenten) auf das Pulver auf
  • Danach wird die gesamte Schicht mit Energie aktiviert
  • So entstehen sehr gleichmäßige, dichte Bauteile

MJF ist in vielen Fällen auf hohe Produktivität und industrielle Serienfertigung ausgelegt.


Der wichtigste Unterschied im Alltag: Bauteildichte und Serienfähigkeit

In der Praxis lässt sich ein zentraler Unterschied sehr klar formulieren:

MJF ist häufig stärker, wenn es um reproduzierbare Serienbauteile mit hoher Dichte geht.
SLS ist häufig stärker, wenn maximale Flexibilität, einfacher Einstieg und ein breites Anwendungsspektrum gefragt sind.

Beide Verfahren können funktionale Teile drucken – aber je nach Anwendung spürst du Unterschiede bei:

  • Bauteildichte
  • Wasseraufnahme / Dichtigkeit
  • Reproduzierbarkeit
  • Durchsatz
  • Oberflächenbild
  • Prozessgeschwindigkeit (inkl. Nachbearbeitung)

SLS vs. MJF: Was bedeutet „druckfest“ und „wasserfest“ in der Praxis?

Viele Unternehmen haben heute Anwendungen, bei denen Bauteile nicht nur „halten“ müssen, sondern realen Belastungen standhalten sollen – z. B.:

  • Druckluft-Anwendungen
  • Fluidik / Luftkanäle
  • Gehäuse in feuchter Umgebung
  • Bauteile in Waschprozessen
  • Funktionsteile mit Dichtflächen

Hier kommt ein entscheidender Punkt ins Spiel:

MJF-Bauteile sind in vielen Fällen dichter als klassische SLS-Bauteile.

Das bedeutet nicht automatisch, dass SLS „schlecht“ ist. Aber es bedeutet:

  • MJF-Teile zeigen oft eine geringere Porosität
  • MJF ist häufig besser geeignet für Anwendungen, bei denen Bauteile wirklich dicht sein sollen
  • MJF eignet sich daher sehr gut für druckfeste und wasserfeste Funktionsbauteile

Wichtig: „Wasserfest“ ist immer abhängig von Geometrie, Wandstärke, Bauteilorientierung und Nachbearbeitung. Aber in der Praxis ist MJF in diesem Punkt sehr oft im Vorteil.


Geschwindigkeit: Warum MJF oft schneller zum fertigen Bauteil führt

Viele vergleichen SLS und MJF nur über die Druckzeit. In der Realität zählt aber etwas anderes:

Wie schnell komme ich vom digitalen Modell zum fertigen, einsatzfähigen Teil?

Und hier ist MJF in vielen Produktionsumgebungen häufig schneller, weil:

  • der Prozess auf hohe Produktivität ausgelegt ist
  • die Schichtbelichtung effizient erfolgt
  • Bauteile oft mit weniger Ausschuss und stabileren Ergebnissen gefertigt werden

Zusätzlich spielt die Nachbearbeitung eine große Rolle.

In der Praxis werden MJF-Teile sehr häufig über standardisierte Prozesse schneller in den Endzustand gebracht – zum Beispiel durch:

  • schonendes Entpulvern (z. B. per Luft-/Druckknopf-System)
  • gezielte Erwärmung über Heizlampen (für effizientere Prozessschritte)
  • standardisierte Finish-Workflows (z. B. Strahlen, Färben, Glätten)

Das bedeutet: Selbst wenn ein einzelner Druckjob nicht dramatisch schneller wäre, ist das Gesamtsystem in vielen Fällen produktiver.


Wann SLS die bessere Wahl sein kann

SLS ist in vielen Fällen die perfekte Technologie, wenn du:

  • in die industrielle Pulverfertigung einsteigen willst
  • ein flexibles System für Prototypen und Kleinserien suchst
  • häufig wechselnde Bauteile druckst
  • eine robuste Lösung für Entwicklung + Produktion brauchst
  • die Investition bewusst kleiner halten willst

Gerade für Unternehmen, die von FDM kommen oder bisher extern fertigen lassen, ist SLS oft der logischste Einstieg in echte Serienfähigkeit.


Wann MJF die bessere Wahl sein kann

MJF ist in vielen Fällen überlegen, wenn du:

  • seriennah oder in Serie produzieren willst
  • eine hohe Reproduzierbarkeit brauchst
  • dichte Bauteile benötigst (z. B. wasserfest, druckfest)
  • einen hohen Durchsatz erreichen willst
  • Bauteile standardisiert und wiederkehrend produzierst

Typische Anwendungen sind:

  • Greifer und End-of-Arm-Tooling
  • Gehäuse und Abdeckungen
  • Adapter und Vorrichtungen
  • Serienbauteile im Maschinenbau
  • Funktionsteile in feuchten Umgebungen

Der Punkt, der am häufigsten unterschätzt wird: Der Workflow entscheidet

Viele Unternehmen kaufen einen Drucker – und merken danach, dass sie nicht den Drucker unterschätzt haben, sondern den Prozess.

In der Realität entscheidet nicht nur die Maschine über Erfolg oder Misserfolg, sondern:

  • Materialstrategie (Pulvermanagement, Recycling, Mischverhältnisse)
  • Packdichte und Bauraumauslastung
  • Bauteildesign (Wandstärken, Toleranzen, Dichtflächen)
  • Nachbearbeitung (Entpulvern, Strahlen, Finish, Färben)
  • Qualitätssicherung und Wiederholbarkeit

Und genau deshalb kann es gefährlich sein, sich nur anhand von „SLS oder MJF“ zu entscheiden.


Was du unbedingt prüfen solltest, bevor du dich entscheidest

Damit du dich später nicht ärgerst, sollten vor einer Entscheidung immer diese Punkte geprüft werden:

  • Welche Bauteile willst du wirklich drucken? (nicht „theoretisch“)
  • Welche Stückzahlen sind realistisch pro Woche/Monat?
  • Welche Anforderungen gibt es an Dichtigkeit, Belastbarkeit und Oberfläche?
  • Welche Nachbearbeitung ist bei euch sinnvoll und machbar?
  • Welche Teile sollen später wiederholbar produziert werden?

Diese Prüfung ist der Unterschied zwischen „3D-Druck als Projekt“ und „3D-Druck als echte Fertigung“.


Warum du diese Entscheidung unbedingt mit druckerfachmann.de prüfen solltest

Viele Anbieter verkaufen entweder SLS oder MJF – und beraten dann automatisch in Richtung ihres Systems.

Unser Ansatz ist anders.

druckerfachmann.de ist bundesweit autorisierter Fachhändler für industrielle 3D-Drucklösungen. Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Technologie zu wählen, die wirklich zur Anwendung passt – und nicht zur Theorie.

Was du bei uns bekommst:

  • ehrliche Technologieberatung (SLS vs. MJF: passend zur Anwendung)
  • Material- und Prozesskompetenz für industrielle Kunststoffbauteile
  • Workflow-Aufbau statt „nur Maschine“
  • Training und Inbetriebnahme für dein Team
  • Support und Service mit Experten, die die Praxis kennen
  • monatliche kostenfreie Remote Workflow Sessions zur Prozess- und Materialoptimierung

Unser Ziel ist, dass du dich nach der Entscheidung nicht ärgerst – sondern nach wenigen Wochen echte, reproduzierbare Bauteile wirtschaftlich produzierst.


CTA: Lass uns gemeinsam prüfen, was für dich passt

Wenn du wissen willst, ob SLS oder MJF besser zu deinem Unternehmen passt, dann ist der beste Weg immer derselbe:

Wir prüfen es gemeinsam anhand deiner realen Bauteile.

So bekommst du eine belastbare Entscheidung, statt eine Bauchentscheidung.

Jetzt Kontakt aufnehmen:
E-Mail: 3d@druckerfachmann.de
Hotline: 0800 2202100

Oder besuche uns im Showroom nahe BER und erlebe die komplette Prozesskette live.

Dominik Heinz

Dominik Heinz ist Diplom-Ingenieur und Experte für Additive Fertigung mit über 20 Jahren Erfahrung im B2B-Projektgeschäft. Seit 2018 leitet er bei der druckerfachmann.de GmbH & Co. KG in Berlin den Bereich 3D-Druck & Additive Fertigung. Als Host des „OT 3D Werkstatt Podcasts“ teilt er regelmäßig praxisnahe Einblicke in die digitale Transformation der Orthopädietechnik unter Zuhilfenahme von 3D Drucklösungen.

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